Sportforum 2016 – Eine spannende Runde zum Auftakt

Circa 90 interessierte Studierende des RheinAhrCampus (RAC) waren dem Ruf des SpoRac zum ersten Sportforum 2016 mit dem Thema Spielerberatung und Vertretung im Fußball gefolgt. Das hochkarätige Podium sollte sich kontrovers über die Auswirkungen der Spielerberatung im deutschen Profilager auseinandersetzen. Die Diskussionsrunde stand unter der bewährten und souveränen Leitung von Marija Kurtes.

Aufmerksam lauschten nicht nur die Sportmanagement-Studierenden den interessanten Ausführungen von Manfred Schulte, von der Spielerberatungsagentur ProSoccer Management. Der lizenzierte Spielerberater schockte alle gleich zu Beginn. „Spielerberater ist ein geiler Job, aber sollte hier jemand unter Euch, auf die Idee kommen, das als Beruf in Zukunft, ausüben zu wollen“, sein Blick streifte die Zuhörenden und führte dann weiter aus: „ Ihr seid 15 Jahr zu spät dran.“ Natürlich träumen die meisten Studenten von einem lukrativen Job bei einem Erstligaverein, Adidas oder einer Spieleragentur. Schulte, bekannt als Berater von Rudi Völler und Lothar Matthäus, bestätigt den Zuhörern durchaus, dass sich in diesem Job, Geld verdienen lässt, aber auf der Ausgabenseite der Agentur stehen auch große Kosten für Büro, Mitarbeiter, Fahrt- und Reisekosten. Zudem werden nicht nur erstklassige Spieler von finanzkräftigen Vereinen betreut, sondern auch Spieler der Zweiten- und dritten Liga und natürlich Jugendspieler, so dass die Zahlen auf der Habenseite oft durch eine Mischkalkulation geprägt sind.

Ebenfalls auf dem Podium saßen Jens Nowotny, ehemaliger Profi u.a. bei Bayer 04 Leverkusen und jetzt selbst Spielerberater und Ulf Baranowsky von der Spielergewerkschaft VdV. Sie machten deutlich, dass es keine besonderen Qualifikationsmerkmale für diese Berufssparte gibt: „Jeder kann diesen Beruf ausüben, einfach so“, war das Statement der beiden. Die bis vor kurzem erforderliche Lizenz, wurde von der Fifa 2015 durch eine in der Praxis völlig wertlose Registrierung ersetzt. Von dieser Entwicklung war man allgemein im Spielerberatergeschäft nicht begeistert und auch Nowotny und Baranowsky übten deutliche Kritik. Dadurch wurde Tür und Tor geöffnet und da noch nicht mal eine Berufshaftpflicht existiert, gäbe es auch kriminelle Berateraktionen.

Im Podium herrschte darüber Einigkeit, dass besonders junge Spieler von einem Berater betreut werden sollten. Vorteil dabei ist, dass bei den Verhandlungen mit den Vereinen, die bestmöglichen Konditionen erzielt werden. Je länger ein Spieler im Geschäft sei, desto erfahrener werde er im Umgang mit den Vereinsvorständen, aber auch da sei immer noch eine Beratung von Vorteil. Diese Aussagen erfreute die Sportmanagement-Studenten, lässt es doch hoffen, dass auch in Zukunft gute Leute im Fußball gefragt sind und gebraucht werden.

Im Abschlussstatement gab man nach einer eifrigen und intensiven Frage- und Antwortrunde den jungen Studiernende mit auf den Weg, dass sich Leute mit einem guten Auge schließlich immer durchsetzen.

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